Schluss mit dem Daten-Schwarzloch: Wie Call Dispositions in loopOS den Vertrieb revolutionieren
- Julius Wiedemann
- 15. Dez. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Dez. 2025

Executive Summary: Das Wichtigste für Entscheider
Das Problem der Unsichtbarkeit: Bisher wussten Systeme zwar, dass telefoniert wurde (Call Status), aber nicht, was das Ergebnis war. Wertvolle Kontext-Daten gingen im manuellen Chaos verloren.
Die Lösung (Custom Dispositions): Mit dem neuen Feature in loopOS kategorisieren Vertriebsmitarbeiter den Ausgang eines Gesprächs mit einem einzigen Klick direkt im Web Dialer.
Der Automatisierungs-Hebel: Das Auswählen eines Ergebnisses (z.B. "Termin vereinbart") triggert sofort komplexe Workflows. Kein manuelles E-Mail-Schreiben mehr, kein Vergessen von Follow-ups.
Datenqualität statt Freitext: Standardisierte Ergebnisse ersetzen unstrukturierte Notizen. Das macht Reporting und Auditierung erst möglich.
Effizienz-Gewinn: Die "Post-Call-Wrap-Up"-Zeit sinkt drastisch. Mehr Anrufe prao Stunde, mehr Umsatz pro Tag.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Ende des "Blindflugs" im Telefonvertrieb
Wir alle kennen das Szenario: Ein Sales-Team macht 50 Calls am Tag. Am Ende des Tages fragt der Sales Director: "Wie lief es?" Die Antwort ist meist vage. "Ganz gut", "Viele nicht erreicht", "Ein paar Interessenten".
Das ist kein Data-Driven Marketing. Das ist Raten.
Das Problem war bisher technischer Natur. Die meisten CRMs und Telefonanlagen erfassen zwar den technischen Status (Verbunden, Besetzt, Voicemail), aber sie scheitern daran, den qualitativen Inhalt des Gesprächs strukturiert zu erfassen. Vertriebler hassen es, lange Notizen zu tippen. Also wird es nicht gemacht. Das Ergebnis: Ein schwarzes Loch an Daten. Wir wissen nicht, warum der Kunde nicht gekauft hat oder wann er wieder angerufen werden will.
Wir bei der loop agency glauben: Automatisierung darf nicht beim Wählen der Nummer aufhören. Sie muss den gesamten Lebenszyklus eines Leads abdecken. Genau hier setzen wir mit dem neuesten Update in loopOS an.
2. Was sind Custom Call Dispositions in loopOS?
Mit dem neuesten Update führen wir "Custom Call Dispositions" ein. Auf Deutsch: Benutzerdefinierte Gesprächsergebnisse.
Stellt Euch vor, Euer Mitarbeiter beendet ein Telefonat im loopOS Web Dialer. Statt das Fenster einfach zu schließen oder mühsam eine Notiz zu tippen, erscheint sofort ein Auswahlmenü.
Der Prozess ist radikal simpel:
Das Gespräch wird beendet.
Ein Pop-up erscheint: "Wie ist das Gespräch ausgegangen?"
Der Mitarbeiter wählt mit einem Klick aus einer vordefinierten Liste (z.B. "Kein Interesse", "Rückruf gebeten", "Verkauft").
Fertig.
Diese kleine Interaktion verändert alles. Sie zwingt das System dazu, Kontext zu verstehen. Es ist die Brücke zwischen der analogen Stimme und der digitalen Datenbank. Und das Beste: Es ist vollständig anpassbar. Als Admins könnt Ihr genau die Ergebnisse definieren, die für Euren Vertriebsprozess relevant sind.

3. Status vs. Disposition: Eine wichtige Unterscheidung
Um die Macht dieses Features zu verstehen, müssen wir technisch kurz in die Tiefe gehen. Oft werden "Call Status" und "Call Disposition" verwechselt. Für uns als Experten ist die Unterscheidung jedoch kriegsentscheidend.
Der Call Status (System-Ebene)
Dies ist das, was die Telefonleitung meldet. Beispiele: "Busy" (Besetzt), "No Answer" (Keine Antwort), "Completed" (Verbunden). Das System setzt diesen Status automatisch. Das ist gut für technische Statistiken, aber wertlos für den Vertriebskontext. Ein "Completed" Call kann ein Verkauf sein oder ein wütender Kunde, der sofort auflegt.
Die Call Disposition (Kontext-Ebene)
Dies ist die menschliche Bewertung des Gesprächs. Beispiele: "Entscheider nicht im Haus", "Angebot gewünscht", "Falscher Ansprechpartner".
Bisher mussten wir Workflows oft auf dem wackeligen Fundament des "Call Status" bauen. Das führte zu Fehlern. Mit den neuen Call Dispositions in loopOS bauen wir Automatisierungen auf verifizierten, menschlichen Eingaben auf. Das erhöht die Präzision Eurer Kampagnen massiv.
4. Der Turbo für die Automation: Trigger-Logik erklärt
Hier wird es spannend für alle, die Effizienz lieben. Eine Call Disposition in loopOS ist nicht nur ein Label – sie ist ein Auslöser (Trigger).
Im Workflow-Builder von loopOS findet Ihr ab sofort unter den "Call Details" den neuen Filter "Custom Disposition". Das bedeutet: Ihr könnt definieren, was exakt in der Nanosekunde passiert, nachdem der Mitarbeiter aufgelegt und den Button gedrückt hat.
Das eliminiert menschliches Versagen komplett.Wie oft vergisst ein Sales-Rep, die E-Mail mit der Broschüre zu senden? Wie oft wird vergessen, den Lead im CRM auf "Verloren" zu setzen?
Mit Call Dispositions passiert das nicht mehr. Der Mitarbeiter drückt "Interesse an Info". Im Hintergrund feuert loopOS sofort die E-Mail raus, setzt einen Task für nächste Woche und verschiebt den Lead in der Pipeline. Der Mitarbeiter hat den Kopf sofort frei für den nächsten Anruf. Das ist Skalierung.
5. Praxis-Beispiele: Drei Workflows, die sofort Umsatz bringen
Theorie ist gut, Praxis ist besser. Hier sind drei Szenarien, wie wir Custom Dispositions bei unseren Kunden implementieren, um sofortige Ergebnisse zu erzielen.
Szenario A: Der "Termin vereinbart" (The Closer)
Der Mitarbeiter telefoniert, der Kunde sagt "Ja" zu einem Beratungsgespräch.
Disposition Auswahl: "Termin vereinbart".
Automatische Reaktion: loopOS sendet sofort eine SMS und E-Mail mit dem Link zum Kalender (falls noch nicht gebucht) oder der Bestätigung. Gleichzeitig wird der Deal in der Pipeline auf "Closing" verschoben und der Kontakt erhält ein Tag "Hot Lead".
Szenario B: Der "Soft Rejection" (The Nurturer)
Der Kunde sagt: "Klingt spannend, aber gerade keine Zeit/Budget. Melden Sie sich in 3 Monaten."
Disposition Auswahl: "Wiedervorlage langfristig".
Automatische Reaktion: Der Lead wird aus der aggressiven Anruf-Liste (Power Dialer) entfernt. Er wird in eine E-Mail-Nurture-Kampagne gesteckt, die ihm alle 2 Wochen wertvollen Content schickt. Automatisch wird ein Task für den Vertriebler in 85 Tagen erstellt: "Erneuter Anruf". Nichts geht verloren.
Szenario C: Der "Hard No" (The Cleaner)
Der Kunde sagt eindeutig: "Kein Interesse, rufen Sie nie wieder an."
Disposition Auswahl: "Kein Interesse / DNC".
Automatische Reaktion: loopOS setzt sofort das "Do Not Contact" (DNC) Flag. Der Kontakt wird aus allen Workflows entfernt und archiviert. Das schützt Eure Reputation und verhindert rechtliche Probleme, weil kein anderer Mitarbeiter diesen Kontakt versehentlich erneut anruft.

6. Einrichtung und Best Practices für Admins
Die Implementierung in loopOS ist denkbar einfach, erfordert aber strategische Planung. Ihr findet die Einstellungen unter Settings -> Phone System -> Voice -> Call Dispositions.
Unsere Empfehlung für die Einrichtung:
Weniger ist mehrIhr könnt bis zu 10 Dispositionen anlegen. Wir raten dringend davon ab, alle 10 zu nutzen, nur weil sie da sind. Überforderung führt zu Fehlbedienung. 5 bis 7 Optionen sind der "Sweet Spot".
Klare BenennungVermeidet Zweideutigkeiten. "Rückruf" ist zu vage. Ist es ein Rückruf, weil besetzt war? Oder weil der Kunde darum bat? Besser: "Rückruf - Besetzt" vs. "Rückruf - Kunde bat darum".
Schulung des TeamsEin Tool ist nur so gut wie der Anwender. Erklärt Eurem Team, warum diese Auswahl wichtig ist. Zeigt ihnen, dass sie sich Arbeit sparen (keine manuellen E-Mails mehr!), wenn sie den Button korrekt nutzen.
Migration bestehender WorkflowsAchtung: Wenn Ihr bereits Workflows habt, die auf dem "Call Status" basieren, solltet Ihr diese prüfen. Die Disposition-Logik ist oft überlegen. Wenn Ihr eine Disposition umbenennt, aktualisiert loopOS die Workflows automatisch. Wenn Ihr eine löscht, stoppen die Workflows. Geht hier also mit Bedacht vor.
Ein weiterer wichtiger Punkt aus der Praxis: Call Dispositions funktionieren nicht nur am Desktop. Auch Gespräche, die unterwegs geführt werden, lassen sich sauber abschliessen. Direkt nach dem Auflegen wählen Sales-Reps in der Mobile App ein eindeutiges Gesprächsergebnis aus.
Dieses Ergebnis ist sofort systemweit verfügbar und kann genau dieselben Workflows, Follow-ups, Tasks und Pipeline-Bewegungen auslösen wie ein Call im Web Dialer. So bleibt der Prozess konsistent – unabhängig davon, ob ein Gespräch im Büro oder mobil geführt wurde. Jeder Call endet mit Kontext. Ohne Ausnahme.

7. Datenhygiene und Reporting: Warum Standardisierung gewinnt
In naher Zukunft werden diese Dispositionen auch tief in den Reporting-Tables von loopOS sichtbar sein. Das ermöglicht Analysen, von denen Sales Manager bisher nur träumen konnten.
Ihr werdet Fragen beantworten können wie:
"Welcher Mitarbeiter hat die meisten 'Nicht erreicht' Ergebnisse zu welcher Uhrzeit?" (Optimierung der Anrufzeiten).
"Welche Lead-Quelle führt am häufigsten zu 'Kein Interesse'?" (Optimierung der Marketing-Spendings).
"Wie hoch ist die Conversion-Rate von 'Rückruf gebeten' zu 'Verkauf'?"
Indem wir Freitextfelder durch strukturierte Daten (die Dispositions) ersetzen, machen wir Euren Vertrieb auditierbar und optimierbar. Das ist der Unterschied zwischen einer Bastel-Lösung und einer professionellen Revenue-Operations-Maschine.
8. FAQ: Häufige Fragen zu Call Dispositions
Was passiert, wenn ein Mitarbeiter keine Disposition auswählt?
Aktuell ist das System so ausgelegt, dass der Workflow nur feuert, wenn eine Auswahl getroffen wird. Es ist eine Frage des Managements, sicherzustellen, dass das Team die Auswahl als Teil des Prozesses sieht ("Kein Call ohne Ergebnis").
Funktioniert das auch in der mobilen App?
Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist das Feature primär im Web Dialer verfügbar. Der Support für die mobile App (iOS/Android) wird jedoch in den kommenden Wochen ausgerollt. Wir empfehlen für High-Performance-Calls ohnehin den Web Dialer am Desktop.
Kann ich Workflows basierend auf Call Status UND Call Disposition kombinieren?
Ja, das ist möglich. Ihr könntet filtern: "Wenn Call Status = Completed UND Call Disposition = Kein Interesse". Das gibt Euch maximale Granularität für komplexe Szenarien.
Wie viele Dispositionen sollte ich maximal anlegen?
Technisch sind bis zu 10 möglich. Wir empfehlen aus UX-Sicht (User Experience) maximal 5-7, um die Entscheidungsgeschwindigkeit der Mitarbeiter (Cognitive Load) hoch zu halten.
9. Fazit: Der perfekte Handschlag zwischen Mensch und Maschine
Call Dispositions sind mehr als nur ein neues Dropdown-Menü. Sie sind ein Paradigmenwechsel in loopOS. Sie erkennen an, dass der Vertrieb eine zutiefst menschliche Komponente hat, die Technologie aber die Nachbereitung übernehmen muss.
Wir bewegen uns weg von "Masse" (einfach nur wählen) hin zu "Klasse" (jedes Gespräch hat ein definiertes, verwertbares Ergebnis). Wer dieses Feature ignoriert, lässt bares Geld auf der Straße liegen – in Form von vergessenen Follow-ups und ungenutzten Daten.
Seid Ihr bereit, Eure Telefone in Fernbedienungen für Eure Automation zu verwandeln?






